Art des Monats November: Auf Samtpfoten – Die Wildkatze Felis silvestris

Ihr Urlaubserlebnis im Harz:

Art des Monats November:  Auf Samtpfoten – Die Wildkatze Felis silvestris

Sie ist im Harz heimisch und dennoch nicht leicht zu beobachten: die Wildkatze.
Auffällig ist ihr markanter buschiger Schwanz mit den dunklen Ringen. Die Wildkatze ist in großen und unzerschnittenen Waldgebieten zu Hause, so auch im Natura-2000-Gebiet „Buchenwälder um Stolberg“.

Gut getarnt
Meist trägt die Wildkatze ein bräunlich-graues, dichtes Fell mit verwaschener Tigerzeichnung. Jungtiere weisen eine kontrastreichere Fellzeichnung auf. Auffällig ist ihr buschiger Schwanz mit den dunklen Ringen und seinem stumpfen, gleichermaßen dunklen Ende.

Zu den Leibspeisen der Wildkatze zählen ganz klassisch Mäuse, vor allem Wühlmäuse. Sie erbeutet aber auch Junghasen, Siebenschläfer, Kleinvögel, Insekten, Amphibien und Fische. Gejagt wird meist in der Zeit von der Abenddämmerung bis in die frühen Morgenstunden. Dabei schleicht sie sich geräuschlos aus dem Hinterhalt an ihre Beute heran. Die Zehen der Wildkatze besitzen mit Hornhaut überzogene, gepolsterte Sohlenballen, die den Schritt dämpfen. Die verwaschene Fellfärbung hilft ihr zudem im Dunkeln mit ihrer Umgebung optisch zu verschwimmen. In winterlichen Notzeiten weichen Wildkatzen auf Aas aus.

Wildkatze mit typischer Fellfärbung. (Foto: VDN/Jule Baum)

Wildkatze mit typischer Fellfärbung. (Foto: VDN/Jule Baum)

Ausgedehnte Streifzüge
Wildkatzen priorisieren unzerschnittene und weitläufige Wälder mit einer strukturreichen Vegetation. Auch im Natura-2000-Gebiet „Buchenwälder um Stolberg“ ist die Wildkatze zu Hause. Die Waldlandschaften sollten genügend Deckungs- und Versteckmöglichkeiten bieten. Zur erfolgreichen Aufzucht der Jungtiere sind trockene und warme Plätze wie z. B. Baum- und Felshöhlen sowie Wurzelteller unabdingbar. Die Territoriumsgröße männlicher Wildkatzen, die auch Kuder genannt werden, ist deutlich größer als die der weiblichen Wildkatzen. Die Streifgebiete der Wildkatzen belaufen sich auf bis zu 1.100 Hektar – das sind über 1.400 Fußballfelder. Kuder durchstreifen ungefähr das Vierfache von dieser Gebietsgröße.
Der Mensch als größter Feind
Natürliche Fressfeinde der Wildkatze gibt es kaum. Äußerst selten rückt ihr ein Luchs oder Uhu zu Leibe. Wildkatzenjungtiere fallen schon eher Füchsen, Baummardern oder auch Hermelinen zum Opfer. Die größte Gefahr ist jedoch der Straßentod. Bedingt durch Zerschneidung von Waldlandschaften und Einengung des Lebensraums durch eine zunehmende Verkehrsdichte werden die Bestände der Wildkatze dezimiert. Weiterhin stellen (Fehl-)abschüsse und Tierfallen eine Gefährdung des Artbestandes dar. Die Lebensräume der Wildkatze, z. B. die „Buchenwälder um Stolberg“, gehören zum europaweiten Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000. Die „Buchenwälder um Stolberg“ sind sowohl Fauna(Tiere)-Flora(Pflanzen)-Habitat(Lebensraum)-Gebiet als auch Vogelschutzgebiet.

Ausstellung „Buchen musst du suchen …!“ im Schloss Stolberg

Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Buchenwälder um Stolberg“. (Foto: RVH/Anne Schäfer)

Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Buchenwälder um Stolberg“. (Foto: RVH/Anne Schäfer)

Inmitten des Natura-2000-Gebietes „Buchenwälder um Stolberg“ befindet sich das Schloss Stolberg mit der Ausstellung „Buchen musst du suchen…!“. Dort, im NATURA 2000-Informationszentrum des Harzes, werden die vermeintlich altbekannte Rotbuche und die Bewohner der Rotbuchenwälder im neuen Licht präsentiert.

Wildkatzen-Patenschaft des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Um die Erhaltung des Artbestandes der Wildkatze zu unterstützen besteht zum Beispiel die Möglichkeit, eine Patenschaft zu übernehmen. Eine Patenschaft mit dazugehöriger Patenurkunde ist auch ein ideales Geschenk für Naturliebhaber und Katzenfreunde. Auf der Internetseite des BUND gibt es weitere Informationen dazu.

Link: https://www.bund.net/spenden/onlineformulare/wildkatzen_patenschaft/

Titelbild: Eindringlicher Blick einer Wildkatze. (Foto: VDN/Gabriele Thieme)

Geschrieben von RVH, Andrea Faust

 

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