Das Buschwindröschen – vom Winde verweht

Ihr Urlaubserlebnis im Harz:

Das Buschwindröschen – vom Winde verweht

Am Boden des Waldmeister-Buchenwaldes leuchtet nun bald ein Teppich aus weißen Sternen. Das Buschwindröschen Anemone nemorosa nutzt die frühlingshaften Sonnenstrahlen, die jetzt noch durch die blätterlosen Kronen der Rotbuchen auf den Waldboden fallen.

Der Kälte trotzen
Um die zum Teil noch kühlen, frühlingshaften Temperaturen während der Blütezeit von März bis April zu überstehen, hat die

Pflanze einen besonderen Mechanismus entwickelt: Bei Kälte wachsen die Außenseiten der Blütenblätter schneller als die Innenseiten und verschließen so die sensible Blüte. Damit die Pflanze im Frühjahr schnell auskeimen kann, nutzt sie die in ihrem unterirdischen Rhizom (oder Wurzelstock) gespeicherte Energie. Nach der Blüten- und Samenbildung hat die Pflanze ihren Entwicklungszyklus bereits im Frühsommer vollendet und ausreichend Energie für das nächste Auskeimen gespeichert. Die oberirdische Pflanze vergeht; das Rhizom überdauert bis zum nächsten Frühjahr.

Je nach Standortbedingungen bildet das Buschwindröschen mit Gelbem Windröschen, Scharbockskraut und Hohlem Lerchensporn einen bunten Blütenteppich, der das Auge erfreut. (Foto: VDN/Ursula Meyer)

Je nach Standortbedingungen bildet das Buschwindröschen mit Gelbem Windröschen, Scharbockskraut und Hohlem Lerchensporn einen bunten Blütenteppich, der das Auge erfreut. (Foto: VDN/Ursula Meyer)

Die Blume im Wind
Die botanische Bezeichnung beschreibt die Eigenschaften der Pflanze: Der Gattungsname Anemone ist vom griechischen anemos abgeleitet, was Wind bedeutet und wohl auf die zarten

Blütenblätter zurückzuführen ist, die im Wind flattern. Nemorosa ist lateinisch und bedeutet schattig oder waldreich. Im Harz ist wegen der weißen Blütenfarbe auch der Name Bottermelksblaume gebräuchlich. Bottermelk ist plattdeutsch für Buttermilch. Der schmackhafte Name täuscht jedoch, denn die Pflanze enthält den für Mensch und Tier giftigen Wirkstoff Protoanemonin.

Wandern im FFH-Gebiet
Das Buschwindröschen ist eine Charakterart des Lebensraumtyps Waldmeister-Buchenwald, der nach der europäischen Fauna (Tiere) – Flora (Pflanzen) – Habitat (Lebensraum) – Richtlinie von 1992 ein zu schützender Lebensraum ist. Nördlich der Orte Rotha und Horla und südlich der Wippertalsperre erstreckt sich das FFH-Gebiet „Bodenschwende bei Horla im Südharz“. Es ist Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000. Im Frühjahr leuchtet hier vielerorts das Buschwindröschen am Waldboden. Auch Grauspecht, Schwarzstorch und Haselmaus kommen hier vor. Ausgehend von den Ortschaften Rotha oder Hola führen mit gelbem Balken markierte Wege in Richtung Forsthaus Bodenschwende, das im FFH-Gebiet liegt. Auch an der Verbindungsstraße zwischen den zwei Ortschaften (L232) zweigt ein Weg zum Forsthaus ab. Der Wanderweg mit dem gelben Balken führt durch das Natura 2000-Gebiet und steigt anschließend hinab in Richtung Knüppeldamm und Wippertalsperre.

Waldmeister-Buchenwald kurz nach der Schneeschmelze nahe dem Forsthaus Bodenschwende. (Foto: Schäfer/RVH)

Waldmeister-Buchenwald kurz nach der Schneeschmelze nahe dem Forsthaus Bodenschwende. (Foto: Schäfer/RVH)

Weitere Informationen zu NATURA 2000 unter www.harzregion.de

 

 

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