Der Harzer Brotbaum

Ihr Urlaubserlebnis im Harz:

Der Harzer Brotbaum

Die Fichte und der Harz
… sind untrennbar miteinander verbunden: In den Höhenlagen und vor allem im Westen des Harzes ist die Fichte Picea abies allgegenwärtig. Für die Bewohner des Harzes sind Borkenkäfer, Forstwirtschaft und regionale Geschichte wohl untrennbar mit dem heimischen Baum verbunden.

Die Brockenkuppe gesäumt von Fichten (Foto: VDN/Kerstin Stein)

Die Brockenkuppe gesäumt von Fichten (Foto: VDN/Kerstin Stein)

Fichte und Geschichte

Der Mensch hat mit seiner Siedlungs- und Nutzungsgeschichte die Harzer Wälder komplett verändert. Bergbau und die Hüttenindustrie waren hungrig nach Bau-, Gruben- und Brennholz. Weite Teile der ursprünglichen Harzer Laubwälder wurden in Holzkohle verwandelt.
Die drastische Übernutzung der Harzer Wälder führte zu einem Mangel des Rohstoffes Holz. Um einen anhaltenden Holz-Nachschub sicherzustellen, entwickelte sich um 1750 die Idee der nachhaltigen Forstwirtschaft – Voraussetzung für den Siegeszug der Fichte. Ihr schnelles Wachstum stellt heimische Laubbäume in den Schatten. Auch als Grubenholz hatte die Fichte einen klaren Vorteil: Verschiebungen in den Gängen und starke Belastung zeigte das Fichtenholz durch Knarzen an – ein sicheres Zeichen für den Bergmann, auf der Hut zu sein. So pflanzten und förderten die Bewohner des Harzes Fichten über Jahrhunderte. Heute ergibt sich daraus folgendes Bild: Rund 60 % der Harzer Wälder sind Fichten-Gebiet, natürlich wären es jedoch gerade einmal 5 %! Doch im Harz findet nun eine Abkehr von den Fichtenmonokulturen statt, denn diese künstlichen Wälder haben Nachteile: Sie sind anfälliger für Schneebruch, Windwurf und Schädlingsbefall. Die Bodenqualität leidet. Artenvielfalt und natürlicher Wasserhaushalt verändern sich

Harzfichte und Neu-Fichte
Ohne menschliches Zutun würden wir die Fichte in Höhenlagen ab rund 700 bis 800 m und auf nährstoffarmen, sauren Böden antreffen – z. B. auf den hohen Harzer Berggipfeln. Hier hat sich über Jahrtausende eine eigene „Brocken- oder Harzfichte“ herausgebildet. Im Nationalpark Harz, als Teil des Naturparks Harz/Sachsen-Anhalt, ist die „Harzfichte“ heute noch an ihrem ursprünglichen Standort zu bewundern: z. B. auf dem Gipfel des Brockens, der Heinrichshöhe sowie auf dem Königsberg. Wegen ihrer Bedeutung als Lebensraum für viele heimische Pflanzen und Tiere und ihrer Einmaligkeit für Europa sind diese natürlichen Fichtenwälder besonders geschützt: Die FFH-(Fauna/Tiere-Flora/Pflanzen-Habitat/Lebensraum)-Richtlinie stellt die natürlichen Harzer Fichtenwälder unter besonderen europäischen Schutz. Der Nationalpark Harz in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000.

Im Bild ist das Torfhausmoor zu sehen. (Foto: Wikimedia Commons/Lanzi)

Im Bild ist das Torfhausmoor zu sehen. (Foto: Wikimedia Commons/Lanzi)

Zu unserem Bild: Im Nationalpark Harz kommen seltene und schützenswerte Lebensräume wie natürliche Fichtenwälder und Moore vor. Im Bild ist das Torfhausmoor zu sehen. (Foto: Wikimedia Commons/Lanzi)

Mehr zur Region, der Fichte und zum Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 im Naturpark Harz unter www.harzregion.de 

Titelbild: Über die Hälfte des deutschen Waldes besteht aus angepflanzten Nadelforsten (Foto: VDN/Jörg Willems)

Artikel geschrieben von A. Schäfer, RVH

 

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