Die Glück Auf-Tour – Bergbau im Harz und in Mitteldeutschland

Ihr Urlaubserlebnis im Harz:

Die Glück Auf-Tour – Bergbau im Harz und in Mitteldeutschland

Eine Fülle spannender Ausflugsziele steht zum Besuch bereit

Der Harz und Mitteldeutschland waren und sind reich an Bodenschätzen. Jahrtausendelang wurden sie intensiv genutzt. Zahlreiche Stätten zeugen von der früheren Nutzung der Bodenschätze. Sie waren nicht selten Ausgangspunkt technikgeschichtlicher Entwicklungen mit teilweise höchst interessanten Folgewirkungen – denken wir nur an Martin Luther, dessen Vater in der Mansfelder Montanwirtschaft sein Geld verdiente.

Schachtgebäude Kaiser Wilhelm Schacht; Matthias Becker

Schachtgebäude Kaiser Wilhelm Schacht; Matthias Becker

Die bergbauliche Tätigkeit in der Region begann mit der Kupfergewinnung und -verhüttung am Rammelsberg und südlichen Harzrand sowie der Salzgewinnung in Salinen im Raum Halle. Die Anfänge des Erzbergbaus und der Salzsiederei liegen mehr als 3000 Jahre zurück – schon in der Bronzezeit wurde am und im Harz Kupferbergbau betrieben und bei Halle Salz gewonnen. Der Abbau von Steinkohle, Braunkohle, Steinsalz und Kalisalz ist jüngeren Datums.

Der Reichtum des Harzes an Bodenschätzen beruht auf geologischen Prozessen, die im Erdaltertum und Erdmittelalter vor Millionen von Jahren zur Bildung von Erzlagerstätten führten. Wichtige Erzminerale waren Kupferkies, silberhaltiger Bleiglanz, Zinkblende, Hämatit, Schwefelkies und Flussspat. Bei der Nutzung der so entstandenen Bodenschätze waren im Westharz das Oberharzer und Sankt Andreasberger Revier, im mittleren Harz die Gebiete um Elbingerode-Hüttenrode und im Unterharz die Straßberger, Neudorfer, Harzgeröder und Tilkeröder Reviere bedeutende Bergbauzentren. Es ist noch nicht lange hier, dass der Abbau auf Kupfer bei Sangerhausen, auf Eisenerz am Büchenberg, auf Flussspat bei Rottleberode und Straßberg, auf Schwefelkies bei Elbingerode und auf Buntmetalle am Rammelsberg und bei Bad Grund endete.

Rabensteiner Stollen; Uwe Reisner

Rabensteiner Stollen; Uwe Reisner

Eine besondere Rolle bei der Gewinnung von Erzen spielte über Jahrtausende der Abbau des Kupferschiefers. Der Sage nach sollen im Jahre 1199 zwei aus Goslar zugewanderte Bergknappen, Nappian und Neucke, das Kupfererz am Kupferberg bei Hettstedt entdeckt haben. In einer Mächtigkeit von 40 cm abgelagert, wurde es in schwerster bergmännischer Arbeit in niedrigen Streben abgebaut. Heute wissen wir, dass das nur eine Sage war und der Kupferbergbau schon in der Bronzezeit begann. Der Bergbau folgte dem Kupferschieferflöz in immer größere Tiefen und bewirkte das Entstehen immer höherer Halden, die landschaftsprägend geworden sind.

Salz schuf Reichtum und ließ viele Salzhandelsstraßen entstehen. Die Salzablagerungen Mitteldeutschlands sind überwiegend vor ca. 200 Millionen Jahren gebildet worden. Zahlreiche Sachzeugen bedeutender Salzwerke befinden sich hier. Die erste bergmännische Gewinnung von Steinsalz erfolgte 1852 in Staßfurt. Um 1860 wurde auch der Wert der mitgeförderten Kalisalze erkannt, worauf 1861 in Staßfurt erstmalig in der Welt planmäßig Kalisalze abgebaut und verarbeitet wurden. Heute wird in Museen, Ausstellungen und Salinen über die unterschiedlichen Technologien der Salzgewinnung berichtet.

Im Stadtgebiet von Halle wurde einst Steinkohle abgebaut. Bedeutender sind die nördlich der Stadt gelegenen ehemaligen Gruben bei Wettin, Löbejün und Plötz. Die Blütezeit des Abbaus lag im 19. Jahrhundert, sein Ende aber erst nach der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Die älteste Braunkohlengewinnung Sachsen-Anhalts ist bereits Ende des 14. Jahrhunderts nachgewiesen. Die weit verbreiteten und umfangreichen Vorräte an Braunkohle wurden zum bestimmenden Impuls bei der Ansiedlung weiterer Wirtschaftszweige in Sachsen-Anhalt, besonders der Großchemie, der Elektroenergieerzeugung und des Maschinenbaus.

Die Eingriffe des Bergbaus in die Natur waren schwerwiegend. Sie sind teilweise in Form der Halden und Tagebaue weithin sichtbar und werden auch in Zukunft das Landschaftsbild prägen. Mit der fortschreitenden Rekultivierung und Renaturierung der Bergbaufolgelandschaften entstehen in den Regionen neue Natur- und Kulturlandschaften.

Die Glück Auf-Tour will Touristen, Einwohner und Fachleute mit vorhandenen Zeitzeugen des Bergbaus wie Bergwerks- und Hüttenmuseen, Besuchergruben und Tagebauen bekannt machen. Sie widmet sich einzelnen Bergbauzweigen und wirbt für den Besuch ausgewählter Sachzeugen früherer Bergbautätigkeit. Die “Tour” versteht sich nicht als verselbstständigte “Straße”, sondern als Ergänzung im touristischen Angebot.

Sie selbst können sich Ihre individuelle Route” selbst nach Ihren eigenen Reisewünschen zusammenstellen und so die Bergbausachzeugen erleben. Weitere Informationen finden Sie unter www.glueck-auf-tour.de.

Titelbild: Halde Mansfelder Land bei Polleben: H. Knappe

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