Großes Mausohr – Von der Höhle in den Dachstuhl

Ihr Urlaubserlebnis im Harz:

Großes Mausohr – Von der Höhle in den Dachstuhl

Zurzeit hält die größte heimische Fledermausart in unterirdischen Stollen und Höhlen Winterschlaf. Dafür laufen die Körperfunktionen des Großen Mausohrs Myotis myotis auf Sparflamme: Im Sommer schlägt das Herz tausend Mal pro Minute, jetzt nur noch rund wenige Male! Auch die Körpertemperatur fällt von 36 bis 37 °C im Sommer auf wenige Grad über null im Winter ab.

Wie lebt das Große Mausohr im Winter?

In geeigneten Sommerquartieren können sich hunderte weibliche Mausohren zusammenfinden. (Foto: Mnolf/wikimedia commons)

In geeigneten Sommerquartieren können sich hunderte weibliche Mausohren zusammenfinden. (Foto: Mnolf/wikimedia commons)

Um den nahrungsarmen Winter zu überleben, haben Fledermäuse (wie übrigens auch Igel und Siebenschläfer) eine besondere Taktik: An einem geeigneten, frostfreien Ort verbringen die Tiere „auf Sparflamme“ den Winter. Die Fledermäuse tun das kopfüberhängend in luftfeuchten und frostfreien Höhlen und Stollen. Die Körpertemperatur der Tiere senkt sich dann von rund 36 °C auf nahe dem Gefrierpunkt. Das Herz schlägt nur noch wenige Male pro Minute; das Tier atmet einmal in der Minute. So wird sehr wenig Energie verbraucht.

Wo lebt das Große Mausohr im Sommer?
Die größte heimische Fledermaus kommt ausschließlich in den wärmeren Gefilden Europas bis nach Nordafrika vor. Sie benötigt für die Jagd auf Insekten, wie Laufkäfer, ausgedehnte Wälder mit einer gering ausgeprägten Kraut- und Strauchschicht, wie es z. B. für Buchenhallenwälder typisch ist. In der Nähe ihrer Jagdreviere treffen sich die Weibchen zu hunderten in gemeinsamen Sommerquartieren. Sie bevorzugen Dachstühle von alten Kirchen um hier tagsüber zu schlafen und die Jungen zu gebären. Die Männchen sind hingegen Einzelgänger und halten sich den Sommer über in Baumhöhlen, Nistkästen und Dachstühlen auf.

Wo lebt das Große Mausohr im Harz?
In Sachsen-Anhalt gehören die Harzränder zu den wichtigsten Fortpflanzungszentren des Großen Mausohrs. Alte Kirchen, wie z. B. die Marktkirche in Quedlinburg, aber auch eine Gruft nahe Meisdorf haben die streng geschützten Tiere als Wochenstube ausgewählt. Die zahlreichen Höhlen und Stollen machen den Harz zudem zu einem überregional bedeutenden Überwinterungsquartier. Auch die ausgedehnten Harzer Wälder sind optimaler Jagd- und Lebensraum für zahlreiche Fledermäuse.

Das Selketal bei Meisdorf (Foto: Schäfer/RVH)

Das Selketal bei Meisdorf (Foto: Schäfer/RVH)

Wo auf Mausohr-Wanderung gehen?
Das landschaftlich sehr reizvolle Fauna (Tiere)- Flora (Pflanzen)- Habitat-(Lebensraum)-Gebiet „Selketal und Bergwiesen bei Stiege“ erstreckt sich zwischen Stiege und Meisdorf entlang der Selke.  Auf den Wiesen, in den Wäldern, Felsspalten und Höhlen zwischen Alexisbad und Stiege findet das Große Mausohr und zahlreiche andere Fledermausarten wertvollen Jagd- und Lebensraum. Der NATURA Tipp 3 des Regionalverbandes Harz lädt zum Entdecken des Natura 2000-Gebietes entlang des Selketal-Stieges ein. Typische Tiere, Pflanzen und deren Lebensräume entlang des Wanderweges werden mit kurzen Texten und tollen Fotos beschrieben. Erhältlich ist die kostenfreie Broschüre u. a. in der Touristinfo „Gartenhaus“ der Stadt Falkenstein, in ausgewählten Hotels sowie unter www.harzregion.de.

Geschrieben von Anne Schäfer, Regionalverband Harz e. V.

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