Mach den Gorilla und alles wird gut!

Ihr Urlaubserlebnis im Harz:

Mach den Gorilla und alles wird gut!

“Mach den Gorilla!“, ruft Thorsten Juraschka den Kids zu, die auf dem großen Schotterparkplatz in St. Andreasberg ihre Runden drehen. Die vier erheben sich gleichzeitig von ihren Sätteln und stehen mit angewinkelten Knien auf den Pedalen ihrer Bikes. Wie ein Gorilla in Angriffshaltung stellen sie ihre Ellbogen nach außen. Trainer Juraschka lässt jeden einzelnen langsam an sich vorbeirollen. Bevor er mit den Kids auf die Trails geht, gibt es nämlich eine ganze Menge zu tun.

Schütz_MTB mit Kids (12)

Gleich geht’s los. (Foto: Anna Schütz)

Die kleinen MTB'ler (Foto: Anna Schütz)

Die kleinen MTB’ler (Foto: Anna Schütz)

Draufsetzen und losfahren? Von wegen: Ein cooles Bike und ein Helm reichen bei weitem nicht aus. Und obwohl Kinder intuitiv schnell richtige Bewegungabläufe lernen ist es sinnvoll, die Fahrtechnik professionell zu schulen. Unterstützung findet man da bei Trailtech in St. Andreasberg. Die Mountainbikeschule bietet nämlich neben geführten Touren und Fahrtechniktraining für die Großen auch Kurse für Kinder an, in denen spielerisch die Basics für sicheres und flowiges Fahren vermittelt werden.

Schütz_MTB mit Kids (13)

Spannender als in der Schule! (Foto: Anna Schütz)

„Als erstes steht immer der Bike-Check auf dem Programm“, erklärt der 39-jährige Juraschka am Anfang des Kurses, nachdem er die Protektoren mit Tape fest an die Kinderbeine gebunden hat: Sind Griffe und Sattel fest, die Bremsen stabil und stimmt der Luftdruck in den Reifen? Läuft die Kette im Rücklauf sauber und federt die Federung? Thorsten Juraschka, selbst Vater von zwei Kindern zeigt in Ruhe alle Handgriffe. Dass er dabei jedes einzelne Kind bereits mit seinem Namen ansprechen kann, schafft Nähe und liegt an einem simplen und doch wirksamen Trick: Jeder musste in der Begrüßungsrunde eine Leibspeise nennen, die denselben Anfangsbuchstaben hat wie der eigene Name. Und so prüft der Trainer Fanta-Fabias Reifendruck und checkt Toblerone-Theos Bremsen.

Dann erst dürfen die Kinder aufsteigen und als Gorillas ihre Runden drehen. Den Sattel zwischen den Oberschenkeln stehen die Kinder auf ihren Bikes: „So habt ihr viel mehr Einfluss aufs Rad – is’ ja nicht wie zuhause auf’m Sofa!“ lacht der Mountainbiker. Die Kurbel in der Waagerechten, zwischendrin mal lang machen und die Beine durchstrecken, ein oder zwei Finger an den Bremsen, der Lenker ist lastfrei. Fersen tief, Fußballen mittig – es gilt, an vieles zu denken beim Mountainbiken. Und das ist ja nur ein Teil des Ganzen, denn Bremsen will auch gelernt sein: „Sonst fliegt ihr über den Lenker, oder es schmeißt euch aus der Kurve!“ Beides ist extrem unerwünscht – hier auf dem Schotterparkplatz und erst recht natürlich auf den Trails am Berg. Also mit Gefühl die Vorder- und Hinterradbremse bedienen: „Vorne ein bisschen mehr als hinten“, ruft Juraschka. Und da vor allem bei der Arbeit mit Kindern nicht nur die Bewegung und die sportlichen Aspekte im Vordergrund stehen, sondern ebenfalls und besonders das Naturerlebnis, lernen die Anfänger gleich, dass man nicht auf den Wurzeln bremsen darf, sondern unbedingt davor oder auch dahinter, weil man sie sonst kaputt macht.

Schütz_MTB mit Kids (18)

Im Bikepark St. Andreasberg wird auch schon geübt. (Foto: Anna Schütz)

Nach der Einführungslektion geht’s zum Sessellift. Zum Glück hilft jemand dabei, die Bikes in den Lift zu hängen. Und vor allem oben angekommen beide Räder wieder auf den Boden zu hieven. „Los geht’s!“ ruft Juraschka, „da hinten wartet der erste Dirthügel auf euch! Den müsst ihr wegschlucken!“ Konkret heißt das für die Kinder: Auf dem Hügel kleinmachen, weich in den Armen und federn. Und gleich nochmal. Alle sind hochkonzentriert und voll bei der Sache; dass von denen einer in der Schule den Unterricht stören könnte, kann man sich hier draußen gar nicht vorstellen. Und schon fährt die Truppe auf das nächste Hindernis zu; „Stopp!“ Thorsten Juraschka erklärt erst einmal: „Eine Stufe fahrt ihr in der Grundposition an. Kurz vor dem Absatz beugt ihr die Arme. Sobald das Vorderrad über die Stufe rollt, drückt ihr es in die Stufe hinein.“ Gesagt, getan – keiner stürzt, alle strahlen.

Schütz_MTB mit Kids (17)

Fazit: Mountainbiking rockt. (Foto: Anna Schütz)

Und dann dürfen die kleinen Racer endlich auf die Trails downhill. Die „Gorillas“ cruisen über die Wiesen und wurzeligen Trails, nehmen die Kurven und sitzen kaum unten angekommen schon wieder im Sessel nach oben. Einen Sturz gibt es gen Ende dann doch noch. Ziemlich spektakulär fliegt Erdbeer-Emil mit seinem Bike über eine Wurzel, bleibt kurz liegen und steht dann tapfer wieder auf. Sein Trainer macht den Faustcheck und sagt: „In anderen Gegenden fällt man viel härter. Nichts ist fluffiger als der Harzer Waldboden.“ Wenn schon fallen, dann also im Harz …

Mehr Infos unter www.trailtech.de

 

Geschrieben von Anna Schütz

2 Comments On This Topic
  1. Kartoffel Klaus
    on Mai 5th at 08:20

    Sehr toller Bericht, Glückwunsch

    • Christin Faust
      on Mai 30th at 15:28

      Danke!


Hinterlasse einen Kommentar zu Kartoffel Klaus Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>